Ratenkredite sind die gängigste Form von Verbraucherdarlehen. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass die Rückzahlung in immer gleich hohen monatlichen Raten erfolgt, in denen Zins, Tilgung und sämtliche Gebühren bereits enthalten sind.
Dies bietet dem Kreditnehmer ein Höchstmaß an Transparenz und Sicherheit, weil die laufende Belastung für das Haushaltsbudget sicher einkalkuliert werden kann. Anders als bei Dispositions- oder Immobilienkrediten ändert sich der Zinssatz eines Ratenkredits während der Laufzeit nicht.
Ratenkredite werden heute von fast jeder Bank angeboten. Sie sind in der Regel nicht an einen bestimmten Verwendungszweck gebunden. Möbel, Unterhaltungselektronik oder Urlaubsreisen können genauso mit einem Ratenkredit finanziert werden wie der Ausgleich des Girokontos bei der Hausbank.
Die Zinsen für Ratenkredite richten sich nach dem bei Aufnahme des Kredits herrschenden Zinsniveau. Darüber hinaus sind die Laufzeit und die Kreditwürdigkeit des Darlehensnehmers von Bedeutung. Dabei gilt, dass längerfristige Kredite teurer sind als kurzfristige und eine gute Bonität geringe Zinsen ermöglicht.
Die Höhe der Monatsrate kann vom Kreditnehmer – ein entsprechendes Einkommen vorausgesetzt – frei bestimmt werden. Dies geschieht über die Festlegung des Tilgungszeitraumes: Je länger die Laufzeit eines Ratenkredits ist, desto niedriger fallen die monatlichen Raten aus.
Die meisten Banken vergeben Kredite ab etwa 1.000 Euro Mindestkreditbetrag und finanzieren Vorhaben bis maximal 50.000 bis 70.000 Euro. Größere Darlehenssummen können nicht über die Standardformulare im Internet beantragt werden, sondern bedürfen einer separaten Absprache mit der Bank. Die zur Verfügung stehenden Laufzeiten betragen zwischen 6 und 96 Monaten, wobei einzelne Anbieter auch längere Tilgungszeiträume zulassen.
Die Vielzahl der auf dem deutschen Markt angebotenen Ratenkredite macht einen Vergleich der Konditionen unterschiedlicher Banken unerlässlich. Mitunter gestaltet sich dies aber schwierig. Da die Banken den Zinssatz oft individuell festlegen, können Angaben in den Angeboten über den Zinssatz oder die Höhe der monatlichen Rate bei einem bestimmten Kreditbetrag nur als Richtwert genutzt werden. Keinesfalls aber lassen sich daraus exakte Rückschlüsse über den günstigsten Anbieter ziehen.
Wer den individuellen Zinssatz erfahren möchte, muss bei der Bank unter Angabe einiger Daten – wie etwa zum Einkommen – eine Anfrage stellen. Dabei muss unbedingt darauf geachtet werden, dass diese Anfrage nicht zu einer Verschlechterung der Kreditwürdigkeit führt. Dies ist dann der Fall, wenn die Bank einer Wirtschaftsauskunftei wie der Schufa mitteilt, dass ein offizieller Kreditantrag gestellt wurde. Verbraucher sollten von der Bank deshalb unbedingt verlangen, dass ihr Ersuchen als „Konditionenanfrage“ an die Schufa geleitet wird.
Beim Vergleich von mehreren Ratenkrediten sollte nicht nur der effektive Jahreszins bzw. die sich daraus ergebende monatliche Rate den Ausschlag geben. Wichtig sind auch Sonderbedingungen. Diese betreffen beispielsweise die Möglichkeit, während der Laufzeit kostenfreie Sondertilgungen zu leisten. Ist dies möglich, handelt es sich dabei um einen geldwerten Vorteil, weil mehr Flexibilität besteht. Viele Banken verlangen bei Sonderzahlungen eine Vorfälligkeitsentschädigung. Auch mögliche Ratenaussetzungen sind als Plus zu werten.
Banken ermöglichen Kreditnehmern, sich beim Abschluss eines Ratenkredites gegen bestimmte Risiken abzusichern. Zu diesen Risiken zählen Tod, Arbeitsunfähigkeit und (unverschuldete) Arbeitslosigkeit. Wird eine so genannte Restschuldversicherung abgeschlossen, tritt diese ein, wenn eines der besagten Ereignisse eintritt und übernimmt entweder zeitweilig die fälligen Raten oder zahlt den offenen Kredit ganz zurück.
Restschuldversicherungen bieten zusätzliche Sicherheit, die allerdings nicht kostenlos ist. Je nach Umfang der Police kann sich der effektive Jahreszins unter Berücksichtigung der Prämien signifikant erhöhen. Die Versicherungen werden von Banken gerne angeboten, weil sich damit ansehnliche Gewinne erzielen lassen. Es handelt sich bei einer Restschuldversicherung jedoch immer um einen vom Kredit unabhängigen Vertrag –eine Verpflichtung zum Abschluss gibt es nicht.
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